RP-LL-Analyse: Sonsbecker Defensive das Prunkstück

Sonsbeck. 19 Spiele, 40 Punkte, 35:18 Tore, Tabellenplatz vier. Die Bilanz der Landesliga-Fußballer des SV Sonsbeck bis zur Winterpause kann sich sehen lassen. Doch was steckt hinten den nüchternen Zahlen? Die Verantwortlichen der Rot-Weißen haben einiges vor Saisonbeginn richtig gemacht. Wichtigster Baustein in dem sportlichen Gebilde ist Trainer Sandro Scuderi, der neu dazu kam, und gleich die richtigen Knöpfe drückte. Und es kamen Verstärkungen, die auch als solche auf dem Rasen auftraten. Von Rene Putjus

Torhüter Tim Weichelt ist die unumstößliche Nummer eins. Der Keeper spielte eine überragende Halbserie. Er hat maßgeblichen Anteil daran, dass der SVS die wenigsten Gegentreffer aller 18 Mannschaften kassierte. Weichelt entwickelte sich sofort zur Führungspersönlichkeit. Er avancierte zum sicheren Rückhalt, hielt auch mal „Unhaltbare“ und brachte sich, wie von Scuderi gefordert, in den Spielaufbau mit ein.

Abwehr Der SVS stellt eine sattelfeste Defensive. Nur einmal kassierten die Sonsbecker mehr als zwei Treffer; in der Heimpartie gegen Spitzenreiter SV Straelen, die allerdings mit 5:3 gewonnen wurde. Rückkehrer Kristof Prause und Youngster Luca Terfloth lieferten starke Leistungen auf den Außenpositionen ab. Routinier Jan-Paul Hahn erfüllte seine Aufgabe als Organisator der Hintermannschaft zumeist vorbildlich. Peter Janßen, ebenfalls neu dabei, war für jeden gegnerischen Stürmer unangenehm zu bespielen.

Mittelfeld Kapitän Stephan Schneider und Florian Abel stachen heraus. Der eine in erster Linie für Defensivaufgaben, der andere für Impulse in der Offensiv zuständig. Abel war an mehr als zwei Drittel der Tore beteiligt. Der 27-Jährige, der vom KFC Uerdingen kam, ist mit zehn Treffern bester Schütze. Er zog oft zwei Gegenspieler auf sich und sorgte so für Freiräume, von denen seine Teamkollegen profitierten.

Sturm Niklas Maas, der aus der eigenen Jugend hochkam, übertraf die Erwartungen und füllte die Lücke, die Jonas Gerritzen, der mit Verletzungen zu kämpfen hatte, hinterließ, aus. Felix Terlinden war mit sieben Toren der erfolgreichste Angreifer. Für Kai Schmidt lief’s nicht so wie erhofft. Mit großen Vorschusslorbeeren gekommen, verlässt er den SVS zum Jahreswechsel wieder. Von Winterpausen-Zugang Emre Kilic erhofft sich der Coach die Durchschlagskraft im Zentrum, die er oft vermisste. Er soll vor dem gegnerischen Gehäuse für mehr „Chaos sorgen“. In der Chancenverwertung möchten die Rot-Weißen effektiver werden. Der SVS hat die wenigsten Treffer der Spitzenmannschaften erzielt.

Trainermeinung „Was wir bislang in dieser starken Landesliga-Gruppe erreicht haben, ist phänomenal.“ Suderi sieht im taktischen Bereich Luft nach oben. „Und wir spielen noch nicht so flexibel, wie ich mir das vorstelle.“ Spielerische Lösungen zu finden, sind unerlässlich für seine Fußballphilosophie; ein kopfloses Anrennen und das Hantieren mit der Brechstange ihm zuwider. „Ich möchte Disziplin und Leidenschaft von der ersten bis zur letzten Minute sehen.“

Vorstandsmeinung Guido Lohmann, der Sportliche Leiter, hat den Kader mit Trainer Scuderi zusammengestellt. „Unsere Zuschauer hatten viel Freude an der Mannschaft. Denn sie verfügt über einen unbändigen Einsatzwillen und hat sich spielerisch und taktisch deutlich weiterentwickelt.“ Den SV Straelen ist für ihn der klare Meisterschaftsfavorit – „nicht zuletzt wegen der vorhandenen finanziellen Möglichkeiten“. Lohmann weiter: „Ich glaube, die werden souverän durchmarschieren. Dahinter sehe ich Oberhausen, Rhede und Speldorf und dann den SV Sonsbeck.“ Wenn alles gut läuft, sagte der Sportliche Leiter, „werden wir noch einen weiteren Spieler zur Rückserie dazugewinnen können“.

Quelle: RP-Rene Putjus
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Ein Kommentar zu RP-LL-Analyse: Sonsbecker Defensive das Prunkstück

  1. A. Proest sagt:

    Haben Vengels und Schoofs den Verein verlassen oder warum werden die beiden „Sonsbecker“ nicht mehr erwähnt???

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