Klever Presse zum Landesligaderby

Akpinar spricht von „schlechtem Spiel“
Kleve. Fußball-Landesliga: Der 1. FC Kleve und SV Sonsbeck trennen sich torlos. Rot-Blau verliert seinen Kapitän Fabio Forster durch Gelb-Rot. Von Reinhard Pösel

Etwa 500 Zuschauer waren gestern Nachmittag ins Stadion auf dem Bresserberg gekommen, um sich von der fußballerischen Klasse zweier Mannschaften zu überzeugen, die vor der Saison von den Experten – jedenfalls solchen, die sich dafür halten – als Kandidaten auf die Aufstiegsplätze angesehen wurden. Doch vor dem Anpfiff von Schiedsrichter Tim Floris, der im Verlaufe der 90 Minuten recht freizügig mit dem Verwarnungskarton umging, trennten beide Mannschaften zehn Punkte zugunsten der Schwanenstädter. Da es gestern Nachmittag dem 1. FC Kleve und dem SV Sonsbeck nicht gelang, ein Tor zu erzielen, änderte sich an dem Abstand in der Tabelle nichts. Allerdings werden sowohl Kleve als auch Sonsbeck das nächste Pflichtspiel in leicht veränderter Formation bestreiten müssen: Nach jeweils gelb-roter Karte wird Kapitän Fabio Forster dem 1. FC Kleve fehlen, auf Sonsbecker Seite ist Innenverteidiger Lukas Vengels Leidtragender der doppelten Verwarnungskarte.

Im ersten Durchgang des Spiels hatten die Sonsbecker die deutlich größeren Spielanteile. Sie standen in der Defensive sehr kompakt und machten durch ihre hochstehende Abwehr unter der umsichtigen Regie des Griechen Georgois Efthimiou die Räume im Mittelfeld eng. Dadurch kam die Klever Angriffsmaschinerie mit ihren schnellen Spitzen Levon Kürkciyan und Pascal Hühner kaum zur Geltung. FC-Trainer Umut Akpinar bemängelte auch die Fehlpassquote seiner Mannschaft, die häufig ohne gegnerischen Druck zustande gekommen sei. Auch dadurch kam Sonsbeck in der ersten Hälfte immer wieder zu Torgelegenheiten. So in der 20. Spielminute, als der Ball nach einer verunglückten Abwehr vor die Füße des Sonsbeckers Jonas Kremer kam, der sofort abzog, aber nur die Querlatte traf. Weitere gute Einschussmöglichkeiten hatten auf gegnerischer Seite Florian Abel und Max Fuchs, dessen Schüsse jedoch übers Tor gingen beziehungsweise am Pfosten vorbeistrichen. Der ehemalige Klever Fuchs wurde in der 32. Minute für Sonsbecks Torjäger Danny Rankl eingewechselt, der sich nach einem vom Schiedsrichter durchgewunkenen Zweikampf mit Simon Berressen am Fußgelenk verletzt hatte und nach mehrminütiger Behandlung vom Feld musste.

Der 1. FC Kleve konnte während der ersten Halbzeit kaum einmal für Gefahr vor dem Sonsbecker Gehäuse sorgen. Die besseren Szenen verbuchten noch Niklas Klein-Wiele und Mike Terfloth, die jedoch bei ihren Kopfbällen aus zentraler Position vor dem Tor nicht ausreichenden Druck hinter den Ball bekamen. „Unser Spiel ist zu kompliziert gewesen“, sagte FC-Trainer Akpinar, der auch bemängelte, dass seine Mannschaft zu wenig Fußball gespielt habe.

Das wurde nach dem Seitenwechsel insofern besser, da der 1. FC Kleve jetzt die deutlich größeren Spielanteile auf seiner Seite hatte, während sich der Gegner mehr damit zu beschäftigen schien, auf Konter zu lauern und ansonsten das Unentschieden als persönlichen Erfolg festzuhalten. „Wir haben in der zweiten Halbzeit nichts mehr zugelassen“, unterstreicht dann auch auch der Klever Trainer.

Doch mit dem Offensivbemühungen seiner Spieler war Akpinar auch weiterhin nicht zufrieden. „Wir sind zwar häufig in die gefährliche Zone gekommen, aber der entscheidende letzte oder vorletzte Ball kam dann nicht mehr an.“ Nach Meinung des Klever Trainers hätte seine Mannschaft wohl noch länger als die insgesamt 93 Minuten spielen können, ohne einen zählbaren Erfolg zu verbuchen. Er könne seiner Mannschaft den Willen aber überhaupt nicht absprechen. „Es gibt solche Spiele – und da muss man dann auch mal mit einem 0:0 zufrieden sein“, sagt Akpinar, der von einem „schlechten Spiel“ seiner Mannschaft sprach.

Quelle: RP
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