„Ich trage das Sonsbeck-Gen in mir“

Die SVS-Mitglieder sollen Heiner Gesthüsen im März zum Fußball-Abteilungsleiter wählen. Er ist bereits ins Tagesgeschäft eingebunden.
Der Hauptvorstand des SV Sonsbeck hat Heiner Gesthüsen zum kommissarischen Leiter der Fußball-Abteilung benannt. Für den 40-Jährigen ist das Ehrenamt eine Herzensangelegenheit. Der diplomierte Sportwissenschaftler, der seit wenigen Wochen als Lehrer an der Gemeinschaftsgrundschule Menzelen-Veen tätig ist, soll im März gewählt werden.
Heiner Gesthüsen: "Ich trage das Sonsbeck-Gen in mir"
Heiner Gesthüsen, kommissarischer Fußball-Abteilungsleiter des SV Sonsbeck.FOTO+Bericht: Rene Putjus
Warum haben Sie sich gerade in dieser schwierigen Phase dazu entschieden, für den Posten zu kandidieren?Gesthüsen Generell lag’s auf der Hand.

Ich wollte nach dem Ende meiner Fußballkarriere im SVS immer etwas machen. Ich bin halt Sonsbeck verrückt, speziell was den Sportverein angeht. Es war eigentlich eine Frage der Zeit, bis ich ein Amt übernehmen werde. Dies war mit meinem Job bei Bayer 05 Uerdingen aber aus zeitlichen Gründen nicht möglich. Viele Termine lagen in den Abendstunden. Der Kontakt zu Marc Lemkens (der Vereinsvorsitzende des SVS, die Red.) war aber immer da. Und weil der Rücktritt von Guido Lohmann und seinem Vorstandsteam mit meinem Jobwechsel an die Grundschule einherging, war der Zeitpunkt gekommen. Ich hätte zwar gerne, auch aus familiärer Sicht, noch ein halbes Jahr gewartet, aber man kann sich den Zeitpunkt halt nicht immer aussuchen.

Wann genau sollen die Mitglieder Sie in das Amt wählen?

Heiner Gesthüsen Die Abteilungsversammlung wird voraussichtlich am 8. März sein.

Wie stellen Sie sich den Job vor? Gibt’s Parallelen mit dem Heiner Gesthüsen auf dem Platz, der als Leader vorangegangen ist?

Gesthüsen Ich habe früher alles für den Verein getan und würde das als Abteilungsleiter auch so machen. Ich trage das Sonsbeck-Gen in mir. Hans Hahn ist da auf jeden Fall ein Vorbild für mich. Mit ihm als Obmann hat der SV Sonsbeck seine erfolgreichste Ära erlebt.

Wissen Sie schon, mit welchem Team Sie zusammenarbeiten werden?

Gesthüsen Ich bin gerade dabei, mit unserem Präsidenten zu überlegen, wie wir uns am besten aufstellen können. Es muss ja auch eine Satzungsäderung her, weil die Jugend- und Seniorenfußball-Abteilung zusammengelegt werden soll. Es gibt womöglich ab März mehrere Sportliche Leiter für die einzelnen Unterabteilungen. Darüber würde dann der Fußballvorstand stehen als Bindeglied zum Hauptvorstand, der wiederum dadurch entlastet werden könnte.

Ist Ihr alter Kumpel Jörg Hahn dabei?

Gesthüsen Ob er dabei ist, kann ich noch nicht sagen. Fest steht, dass ein paar neue Gesichter dazukommen. Das ist wichtig, wenn man einen Neuanfang starten will. Das heißt aber nicht, dass die „alten“ Vorstandsmitglieder, die in den letzten Jahren einen sehr guten Job gemacht haben, ganz raus sind. Mich würde es freuen, wenn einige davon weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ich möchte mit Leuten zusammenarbeiten, denen der SV wie mir am Herzen liegt.

Sie haben gerade den Rücktritt von Guido Lohmann im Oktober angesprochen. Kam für Sie seine Entscheidung überraschend; musste es soweit kommen?

Gesthüsen Der Zeitpunkt war schon sehr überraschend. Er hatte gerade erst den neuen Trainer installiert. Über die Zeit an sich, was vorgefallen ist und was ihn gestört hat, dazu kann und möchte ich nichts sagen. Da ich mich zu der Zeit des Rücktritts im Urlaub befand, habe ich die meisten Dinge auch nur aus der Rheinischen Post erfahren.

Der SVS war mit ganz anderen Zielen in die Saison gegangen. Was ist denn aus Ihrer Sicht schiefgelaufen?

Gesthüsen Die Qualität im Kader ist da. Sie hätte ausgereicht, wenn alle ihre Leistung abgerufen hätten. Es gibt nicht den einen Hauptgrund, sondern es sind viele Faktoren, die dazu führen, wenn’s nicht rund läuft. Und die anderen Mannschaften sind auch kein Kanonenfutter. Die Liga ist sehr stark und ausgeglichen. Ich bin aber davon überzeugt, dass wir mit dem aktuellen Kader den Klassenerhalt schaffen.

Danny Rankl, Florian Abel und Stephan Kapuscinski sind weg. Kommen weitere Abgänge in der Winterpause dazu?

Gesthüsen Nein, es hat sich sonst niemand mehr bis zum 31. Dezember abgemeldet. Die Mannschaft muss in der Rückserie nur mal ihr Potenzial abrufen. Und zwei, drei Erfolgserlebnis müssen her. Vielleicht spielen einige durch die Abgänge ja befreiter auf oder sehen sich jetzt umso mehr in der Verantwortung. Wenn keiner mehr geht, wird in der Winterpause wohl auch keiner mehr dazukommen.

Kommt denn jemand aus der „Zweiten“ hoch?

Gesthüsen Es haben sich einige empfohlen, die Mannschaft steht ja in der A-Liga sehr gut. Jonas Gerritzen, Timo Evertz und Klaus Keisers machen die Vorbereitung im Landesliga-Kader mit. Auch aus dem Grund, weil der neue Trainer die Jungs gar nicht richtig kennt.

Gibt es eigentlich schon Zugänge für die neue Saison?

Gesthüsen Ja, aber die Jungs müssen noch ihre Vereine informieren. Deshalb kann ich zum jetzigen Zeitpunkt keine Namen nennen. Die Gespräche mit den Spielern des jetzigen Kaders laufen.

Guido Lohmann war der Meinung, dass die erste Mannschaft in die Oberliga gehört. Sehen Sie das auch so?

Gesthüsen Der SVS gehört meiner Meinung nach in die Bundesliga (lacht). Der Verein hat sich sehr, sehr gut entwickelt – auch finanziell hat sich in den letzten 20 Jahren einiges getan. Das ist mit meiner aktiven Zeit nicht mehr zu vergleichen, als ich für 30 D-Mark gespielt habe. Wir sind aber nicht so vermessen und sagen, dass wir mit Mannschaften mithalten können, die finanziell einfach viel besser aufgestellt sind als wir. Uns unterstützt nicht der eine Großsponsor, der mit aller Macht den Erfolg will. Und wenn dieser ausbleibt, ist er weg. Der SVS ist das breiter aufgestellt – und das ist auch gut so. Zudem hat die Landesliga heute eine ganz andere Qualität. Man muss bedenken, dass wir ein Verein in einer kleinen Gemeinde sind. Dass, was wir sportlich erreicht haben, ist schon eine top Leistung. Mir fallen nicht viele Vereine am Niederrhein mit vergleichbaren Gegebenheiten ein, die eine Landesliga-Elf und Spitzen-A-Liga-Mannschaft stellen.

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